Ratgeber · WooCommerce
„Kritischer Fehler“ oder weiße Seite: so finden Sie die Ursache
Ihr Shop zeigt nur noch „Es gab einen kritischen Fehler auf dieser Website“ oder eine leere Seite? Meist steckt ein einzelnes Plugin, das Theme oder die PHP-Version dahinter. So finden Sie es – ohne etwas kaputtzumachen.
Von Karsten Höfner · Stand Oktober 2026 · 6 Min. Lesezeit
Kurz gesagt
Der Fehler bedeutet: PHP ist beim Laden der Seite abgebrochen. WordPress schickt dann eine E-Mail mit einem Link für den Wiederherstellungsmodus an die Admin-Adresse. Darüber deaktivieren Sie das fehlerhafte Plugin. Kommt keine Mail, benennen Sie per FTP den Plugin-Ordner um oder schalten das Fehlerprotokoll ein. Fast immer war kurz vorher ein Update, ein neues Plugin oder eine geänderte PHP-Version im Spiel.
Was hinter der Meldung steckt
WordPress zeigt diese Meldung, wenn ein sogenannter fataler PHP-Fehler auftritt. Die Seite kann dann nicht fertig aufgebaut werden. Besucher sehen nur den Hinweis, Bestellungen sind in dieser Zeit meist nicht möglich.
Die häufigsten Auslöser aus unserer Praxis:
- Plugin-Update – ein Plugin passt nicht mehr zur WooCommerce- oder WordPress-Version oder zu einem anderen Plugin.
- PHP-Version geändert – der Hoster hat umgestellt, ältere Plugins oder eigener Code laufen auf der neuen Version nicht.
- Eigener Code – ein Snippet in der
functions.phpoder einem Snippet-Plugin enthält einen Fehler. - Speicher erschöpft – das PHP-Speicherlimit reicht für große Seiten oder Importe nicht aus.
- Abgebrochenes Update – Dateien sind nur halb ersetzt, etwa nach einem Zeitlimit beim Hoster.
Schritt für Schritt zur Ursache
1. Postfach der Admin-Adresse prüfen
WordPress verschickt bei einem fatalen Fehler eine E-Mail an die Admin-Adresse (Einstellungen → Allgemein). Darin steht, welches Plugin oder Theme betroffen ist, und ein Link für den Wiederherstellungsmodus. Über diesen Link melden Sie sich an, das fehlerhafte Plugin ist nur für Sie pausiert, und Sie können es unter „Plugins“ deaktivieren. Schauen Sie auch im Spam-Ordner nach – diese Mails kommen oft direkt vom Server und werden aussortiert.
2. Ohne Mail: Plugin per FTP deaktivieren
Melden Sie sich per FTP oder im Dateimanager des Hosters an und öffnen Sie wp-content/plugins/. Benennen Sie den Ordner des Plugins um, das Sie zuletzt aktualisiert oder installiert haben, zum Beispiel mein-plugin in mein-plugin-aus. WordPress deaktiviert es dann. Lädt die Seite wieder, haben Sie den Auslöser. Ist unklar, welches Plugin es war, benennen Sie den ganzen Ordner plugins um, prüfen die Seite und geben ihm danach den alten Namen zurück – dann sind alle Plugins deaktiviert und Sie aktivieren sie einzeln wieder.
3. Fehlerprotokoll einschalten
Das Protokoll zeigt die genaue Datei und Zeile. Tragen Sie in der wp-config.php oberhalb von „That’s all, stop editing“ ein:
define( 'WP_DEBUG', true );
define( 'WP_DEBUG_LOG', true );
define( 'WP_DEBUG_DISPLAY', false );
Rufen Sie die Seite erneut auf. Der Fehler steht danach in wp-content/debug.log. Wichtig: Schalten Sie das Protokoll nach der Fehlersuche wieder aus und löschen Sie die Datei – sie ist sonst unter Umständen öffentlich abrufbar und verrät Details über Ihren Server.
4. PHP-Version und Speicher prüfen
Steht im Protokoll etwas von „Allowed memory size exhausted“, reicht der Speicher nicht. Erhöhen Sie das Limit im Kundenmenü des Hosters oder mit define( 'WP_MEMORY_LIMIT', '256M' );. Hat der Hoster gerade die PHP-Version umgestellt, stellen Sie vorübergehend die alte Version wieder ein und aktualisieren danach die betroffenen Plugins. WooCommerce empfiehlt derzeit PHP 8.3 oder neuer; ab WooCommerce 11.6 ist PHP 8.1 die Mindestversion.
5. Theme ausschließen
Liegt der Fehler im Theme, benennen Sie dessen Ordner unter wp-content/themes/ um. WordPress fällt dann auf ein Standard-Theme zurück, sofern eines installiert ist. Der Shop sieht vorübergehend anders aus, ist aber erreichbar.
6. Wenn nichts hilft: Sicherung zurückspielen
Haben Sie eine Sicherung von vor dem Problem, ist das Zurückspielen oft der schnellste Weg. Beachten Sie: Bestellungen, die nach der Sicherung eingegangen sind, gehen dabei in der Datenbank verloren – notieren Sie sie vorher oder spielen Sie nur die Dateien zurück.
So beugen Sie vor
- Vor jedem Update eine Sicherung von Dateien und Datenbank anlegen.
- Größere Updates zuerst auf einer Testkopie (Staging) ausprobieren.
- Plugins nicht alle auf einmal aktualisieren, sondern einzeln – dann wissen Sie sofort, welches den Fehler auslöst.
- Eigene Snippets nur mit einem Snippet-Plugin einbauen, das fehlerhaften Code automatisch abschaltet.
- Die Admin-Adresse auf ein Postfach setzen, das wirklich gelesen wird.
Mehr dazu im Ratgeber WooCommerce sicher updaten.
Der Shop steht und Sie kommen nicht weiter?
Unsere Notfall-Hilfe übernimmt die Fehlersuche – mit festem Zeitrahmen und Preis, bevor wir anfangen.
Häufige Fragen
Gehen durch den Fehler Bestellungen oder Kundendaten verloren?
Nein, die Daten liegen in der Datenbank und bleiben erhalten. Solange der Fehler besteht, können Kunden aber in der Regel nicht bestellen.
Warum kommt keine E-Mail für den Wiederherstellungsmodus?
Die Mail wird oft direkt vom Server verschickt, bevor ein SMTP-Plugin geladen ist, und landet deshalb im Spam oder wird vom Empfänger abgewiesen. Prüfen Sie den Spam-Ordner und die Admin-Adresse unter Einstellungen → Allgemein.
Kann ich Plugins löschen, um den Fehler zu beheben?
Umbenennen reicht und ist sicherer. Beim Löschen gehen je nach Plugin auch Einstellungen verloren. Nach dem Umbenennen können Sie das Plugin in Ruhe aktualisieren oder ersetzen.
Der Fehler tritt nur im Backend oder nur an der Kasse auf – was nun?
Dann lädt das fehlerhafte Plugin nur auf bestimmten Seiten. Das Fehlerprotokoll zeigt trotzdem die Ursache. Häufig sind es Zahlungs- oder Versand-Plugins nach einem WooCommerce-Update.